Praktische pädagogische Erfahrungen in der Erwachsenenbildung hatte ich bereits von 1973 bis 1975 an der FU Berlin sammeln können. Seit den Fortbildungsveranstaltungen in China hatte ich meine Lehrtätigkeiten in politischer Landeskunde an der Humboldt-Universität in Berlin (1995 und 1996) und jährlich an der Zheda, dem BIT und der Tongji-Universität auf Themen konzentriert wie: Staatsaufbau und Gesellschaft in Deutschland nach der Einheit, Stadt- und Regionalplanung in Deutschland am Beispiel des Verflechtungsraumes Berlin-Brandenburg, Leben und Wohnen in einer deutschen Metropole am Beispiel Berlins sowie über veränderte Problemstellungen in Deutschland nach dem 3. Oktober 1990. Im Jahre 2000 begleitete ich die TU bei einem DaF-Weiterbildungsseminar an der Universidade Federal do Rio de Janeiro, Departamento de Letras Anglo-Germanicas, für den Bereich Landeskunde mit dem Thema „Zehn Jahre deutsche Einheit – Zu Fragen der Befindlichkeit und der Identität unter Anwendung der Begrifflichkeit des Kulturschocks bei Wolf Wagner“.

Während meiner Tätigkeit als Geschäftsführer bei der Stadtentwicklungsgesellschaft Eldenaer Straße GmbH war mir für Lehrveranstaltungen im Rahmen wissenschaftlicher Nebentätigkeit per Vertrag Sonderurlaub unter Fortzahlung der Bezüge gewährt worden. In diese Zeit fiel die Lehrtätigkeit in Kooperation mit der TU in politischer Landeskunde Deutschlands sowie die wissenschaftliche Fortbildung des ausländischen Lehrpersonals. Ab Herbst 2003 wurde ich an der School of International Studies der Zheda in Hangzhou für fünf Jahre fester Mitarbeiter für politische Landeskunde und Deutsch. Für diese Kurse und für den Konversationsunterricht stellte ich ein umfangreiches Konvolut eigener Lehrmaterialien für Anfänger her. Kurse für Fortgeschrittene gab ich in Wirtschaftsdeutsch mit den dafür zugelassenen chinesischen Lehrwerken. Meinen chinesischen Kollegen gab ich Hilfestellung bei der Qualifizierung ihrer wissenschaftlichen Arbeit bis hin zur Unterstützung bei der Erstellung ihrer Dissertation durch Beschaffung von Literatur aus deutschen Bibliotheken, bei der Entwicklung neuer Sprachlehrwerke sowie bei Test-Daf-Vorbereitungskursen.

Der Unterricht fand in den fünf Jahren als Blockunterricht im Frühjahr nach dem chinesischen Neujahrsfest und im Herbst nach der „Goldenen Woche“ anlässlich des Gründungstags der Volksrepublik am 1. Oktober und der militärischen Einführung und Ausbildung der neuen Studenten statt. An den schriftlichen Prüfungen war ich über das internet beteiligt und im Sommer kümmerte ich mich jeweils um meine Studenten des zweiten Studienjahres, die nach meiner Vorbereitung auf die summer school nach Berlin gekommen waren.

Jahrelanges Korrekturlesen einschlägiger Veröffentlichungen und meine Anwesenheit bei den vielen Fortbildungsveranstaltungen und Konferenzen der vergangenen Jahre hatten mich für diese Lehrtätigkeiten fit gemacht. Das sahen meine Studenten offensichtlich genauso. Ich hatte sie gebeten hatte, mir zum Abschied nicht wie üblich Geschenke aus der elterlichen landwirtschaftlichen Produktion zu machen, weil ich diese nicht mit nach Berlin nehmen könnte. Stattdessen erhielt ich kleine Büchlein mit Lobeshymnen auf meine Lehrtätigkeit. Ich nenne sie meine „Elogenbüchlein“.
Hier ein Beispiel:

„Herr Klaus. Haben Sie vielen Dank für Ihres Hören! Obwohl wir langsames und fehlerhaftes Deutsch sprechen, sind Sie immer geduldig und aufmerksam. Ein schönes „r“ können wir jetzt schon aussprechen. (election und erektion kennen wir schon 🙂) Ihre Rücksicht! Jedesmal wenn wir eine Frage an Sie stellen, geben Sie immer eine gewissenhafte und ausführliche Antwort (über alles – Parfum, Sitten und Gebräuche in Deutschland, Sehenswürdigkeiten) Die traditionelle Ansicht für die Deutschen ist ernst beim Sprechen und seriös beim Benehmen. Aber Sie haben uns eine andere Seite gezeigt: humorvoll und leidenschaftlich. Wir werden Sie vermissen! Xu Minjun“
Die Bewertungen der Studenten sind mir noch heute ein Quell der Freude.

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